Abnehmen: meine Meilensteine – Teil 1 von 6

Vorgeschichte

Schon als junges Mädchen wollte ich ins Ausland und habe mich damals als 12-jährige für ein Stipendium in den USA beworben, welches ich damals nicht bekommen habe. Dafür bekam ich einen 200€ Gutschein und deshalb erkundigte ich mich mit meiner Mama zusammen was so ein Jahr im Ausland kosten sollte. Resultat damals: min. 30.000€. Meine Mama meinte zu mir: „Lissi, das können wir uns nicht leisten“. Wir sind insgesamt sechs Kinder zuhause und meine Eltern haben uns ein schönes Heim geschaffen aber mal eben für ein Jahr ins Ausland ist nicht drin. Das verstand ich mit meinen zwölf Jahren und erkundigte mich ab wann ich anfangen konnte zu arbeiten um Geld zu verdienen. Somit fing ich zwei Jahre später als Zeitungsausträgerin an und hatte seitdem zwei Bezirke.

Als ich mit der Schule fertig war und anfing zu studieren hatte ich genug Zeit in den Semesterferien und genug Geld zusammen gespart – also wo sollte die erste Reise hingehen? Ich liebe Elefanten und Afrika! Also ab nach Afrika! Meine Mama meinte: „du gehst mir nicht alleine nach Afrika!“. Die Sorgen einer Mama… kann ich verstehen aber ich wollte trotzdem unbedingt gehen und wie es der „Zufall“ will lernte ich einen Kommilitonen kennen, der ein Jahr zuvor mit seinem Zwillingsbruder von Deutschland nach Kapstadt gefahren ist und Lust und das nötige Kleingeld hatte um mich zu begleiten.

Es war mein erstes Auslandspraktikum bei GIBB einem großen Baukonzern. Nach einem 10-wöchigen Aufenthalt in Kapstadt 2013 habe ich 10 kg zugelegt. Ich war damals 21 Jahre jung und bin vor dem Aufenthalt viel Fahrrad gefahren und habe wenig gegessen alles aber unbewusst, einfach aus dem Bauch heraus. Ich weiß noch damals habe ich mich sehr gefreut, dass ich 53 kg gewogen habe und in eine S (EU gr. 36) Jeans Hose gepasst habe. Kapstadt war meine erste Auslandserfahrung und auch das erste Mal wo ich für mich selbst, für längere Zeit, kochen musste. Ich wollte frisch kochen, viel Fisch essen und dieses wundervolle Land entdecken. Frisch gekocht habe ich, jedoch mit dem denken: „das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit am Tag!“- weit gefehlt wie ich heute weiß. So bestand mein Tagesablauf wie folgt: morgens hatte ich meistens eine sehr große Schüssel mit Obst, Milch und viel Müsli. Ich entdeckte dort Porridge, ein Haferbrei, den man leicht in der Mikrowelle erwärmen konnte und den hat man dort morgens gebraucht. In der Wohnung war es eise kalt, keine Heizung. Während hier in Deutschland Sommer ist, ist es dort nass, und kalt, wobei wir auch viele Sonnenstunden genießen konnten und das macht man gerne mit einem Glas Wein richtig? (vorzugsweise Rotwein aus Stellenbosch ) Unser erster Ausflug war ein „Wine Tasting“ auch ein Savanna Dry schmeckte hervorragend (ein leicht süßlich herbes Alkoholisches Getränk aus Südafrika). Nie vorher habe ich Wein geschweige denn so viel Alkohol getrunken. Außer vielleicht mal ein Abenteuer als Teenager, aber jeden Tag? Von da an wurde es zur Gewohnheit. Man ist jeden Abend weggegangen. Hat jeden Abend irgendwo in einer Bar, Restaurant oder Club getrunken, gesessen und getanzt. Zudem Frühstück kamen noch ein Mittagessen in der Mittagspause um 13 Uhr, ein „Nachmittagssnack“ gegen 17 Uhr – denn man will ja nicht auf „nüchternen Magen“ trinken -, und dann der jeweilige Abend dazu. Nicht zu vergessen ist der MC Donalds besuch oder zwei Toast vor dem schlafen gehen, wenn man es übertrieben hatte mit dem Alkohol, man musste doch um 7 Uhr morgens wieder aufstehen um Arbeiten zu gehen…

Außerdem gab es all die Leckereien zum Probieren! Da waren zum Beispiel die leckeren saftigen süßen Brownies auf dem City Bowl Market in der Hope Street oder meine neuen Favoriten: Karotten Kuchen und Red Velvet Cheescake – Himmlisch! Auch die verschiedenen Fleisch Spezialitäten wie Springbock, Ostrich (Strauß) oder Rind mussten als Biltong, fein gewürzt in schicken Restaurant oder auf einer „Township Party“ probiert werden. Ein weiteres faszinierendes Gericht war für mich eine Bananen Pizza mit Pilzen – ich hatte zuvor in Deutschland Pilze nicht essen können, seitdem liebe ich sie…

Die Zeit war toll aber pures fressen zu jeder Zeit und so viel wie man wollte. Dazu wenig bis gar kein Sport. Der gute Wille war da, nach den ersten sechs Wochen fing ich mit dem joggen an, da meine Hosen alle sehr eng saßen, wurde aber vom Wetter und anderen Menschen schnell wieder abgelenkt.

Nun was macht man also, wenn man wiederkommt und 10kg „Übergepäck“ mitgebracht hat? Ich dachte mir damals, ach das kam von alleine das geht von alleine! Und zunächst schien es wirklich zu stimmen. Die ersten 2kg waren quasi gleich wieder weg nur irgendwie der Rest nicht…

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