Ho-Chi-Minh-Stadt – Saigon 1

Mein Urlaub startete nicht ganz so schön in Frankfurt am Main. Mir fiel meine Kamera auf den Steinfußboden und das Objektiv brach ab! Mein Freund hatte zum glück ein zweites Objektiv dabei was er mir leihen konnte aber trotzdem wollte ich meins benutzen. Ich erinnerte mich kurz an Indien zurück, dort hat es kleine Läden gegeben, die Handys und Kameras reparierten. Ich hoffte, genauso einen in Saigon zu finden. Ob ich so einen kleinen Laden fand berichte euch hier:

Wir landeten am Flughafen Tan-Son-Nhat in Saigon. Schon morgens war es drückend warm als wir das Flughafengebäude verließen. Wir wendeten uns nach rechts um zu den Busstationen zu gelangen. Hier wurden wir schon von Vietnamesen empfangen. Zwei jungen Frauen zeigten wir auf einer Karte wo wir hin wollten. Daraufhin verkauften sie uns ein Ticket für je 5000 Vietnamesische Dong (VND), was umgerechnet etwa 20 Cent beträgt. Wir wurden dann zu einem kleinen Bus verwiesen mit der Nummer 147. Das angenehme war, dass das Fahrzeug klimatisiert war und wir so kurz der Hitze entkommen konnten.

Auf der App MapsMe verfolgten wir den Bus um zu prüfen wo wir lang fuhren. In dieser Map sind auch die Haltestationen der Busse eingezeichnet. Als wir die letzten im Bus waren hielt der Fahrer an einer Straßenecke. Wir dachten wir sind zumindest in der nähe von unserem Hotel, denn dies wollte der Fahrer uns weismachen. Weitgefehlt wie wir später erkannten… der gute Mann hatte einfach keine Lust mehr zu arbeiten. Wir mussten insgesamt 40 Minuten mit unseren Rucksäcken durch die Vormittagshitze laufen. Zum Glück reise ich immer mit leichtem Gepäck aber trotzdem war es schnell viel zu warm. Unser erstes Hotel auf dieser Reise war in einer kleinen Gasse. Es war schlicht eingerichtet und nicht ganz sauber aber wir wollten uns sowieso nicht lange dort aufhalten.

Unser erstes Ziel war ein Supermarkt in der Nähe um Wasser und ein kleines Frühstück zu besorgen. Wir waren total fasziniert von den riesigen Mengen an Fertignudelsuppen, die es dort zu kaufen gab. Später sahen wir, dass die Menschen sich die Suppen direkt im Supermarkt zubereiteten und so der Supermarkt zu einem kleinen Imbiss wurde.

Ho-Chi-Minh-Stadt – Saigon

Unser zweites Ziel war der Ben Than Market, wir liefen zu fuß hin um eventuell ein Elektronik Fachgeschäft zu finden. Ich muss sagen: Ich bin ein absolutes Glückskind! Gar nicht weit von unserem Hotel war ein kleiner Laden über den ein riesiges Reklame Schild mit NIKON hing! Wir gingen rein und erklärten der Vietnamesin mein Problem. Sie sagte, dass sie mir das Objektiv reparieren könne aber es würde etwas dauern. In Deutschland hätte ich das Objektiv einschicken müssen und es wäre mit Sicherheit 1-2 Wochen unterwegs gewesen bis ich es wiedergehabt hätte. Also was heißt, „es wird dauern“? Ihre Antwort: „Eine Stunde.“ :O und was soll es kosten? –„500.000 Dong“. Wir tippten schnell in unseren Handytaschenrechner: das sind nur 18 €! Wir hatten nicht mit einem so schnellen Erfolg bei unserer Suche gerechnet. Deshalb hatten wir das Objektiv nicht dabei aber wir versicherten ihr, dass wir später noch einmal zu ihr kommen würden.

Wir gingen erst einmal zu dem Markt:

Ben Than Market – Der bekannteste Markt der Stadt

Saigon

Der Ben Than Market im Zentrum von Distrikt 1 ist die wohl populärste Sehenswürdigkeit in Saigon. Entsprechend viele Touristengruppen werden durch die Markthallen geschleift. Das Warenangebot ist ebenfalls fast komplett auf Touristen ausgelegt. Unser Fall war es nicht, deshalb wollten wir gleich weiter aber ein Gewitter ergoss sich über Saigon und wir blieben in der Halle.

Saigon

Bald kam jedoch auch unser Hunger dazu. Wir wollten jedoch nicht in der Halle essen und hatten aber keinen Regenschirm oder Regencape dabei. Nun wir dachten: wir sind hier in einer Markthalle. Sicher gibt es hier auch Regencapes, richtig? Also machten wir uns auf die Suche. Nachdem wir die Halle einmal komplett abgelaufen sind waren wir doch etwas verwundert, denn Regencapes oder Regenschirme hatten wir nicht gesehen. Also ran an den Mann! Bzw. Die Vietnamesen! Wo sind Regencapes? Antwort: „Da vorne und dann links!“- Okay also nichts wie hin. Mh – keine Capes… Also nochmal gefragt: Wo sind Regencapes? – „Da vorne und rechts!“. Dort gab es all mögliche Stoffe aber keine Regencapes. Nach dem wir uns so noch 10 Minuten weiter durch gefragt hatten kamen wir schließlich in eine kleine sehr enge Gasse und fragten wider: „Wo sind Regencapes?“ – „Da, direkt hinter euch.“ Wir drehten uns um und mussten uns erst einmal runterbeugen, weil die „Ladentheke“ so tief lag. Eine kleine zierliche alte Frau zeigte uns zwei Regencape Alternativen. Ein dünnes und ein dickes. Wir entschieden uns für das dünne was wir ein paar Tage später auf dem Motorbike bereuten aber das ist eine andere Geschichte. In der Stadt reichten uns die dünnen. Wir wollten ja schließlich nur halbwegs „trocken“ durch den Monsunregen, sprich ein Restaurant oder Imbiss finden.

Saigon

Auf der anderen Seite von der Markthalle gab es einen Imbiss. Die Karte war komplett auf Vietnamesisch und wir bestellten „Bilder“. Huhn für meinen Freund und eine Suppe für mich. Später liefen wir weiter durch die Stadt und bummelten durch die Straßen Saigons. Ich persönlich mag „sightseeing hopping“ nicht. Wenn es bestimmte Sehenswürdigkeiten gibt, die ich absolut faszinierend finde dann sehe ich sie mir gerne an aber ansonsten lasse ich mich am liebsten einfach durch die Stadt treiben und vom Gewusel der Städter einfangen. Das machten wir auch und unsere Lieblings Attraktion war es die Rushhour am Nachmittag mit der Kamera zu erfolgen.

Ho-Chi-Minh-Stadt – Saigon – Rushhour
Ho-Chi-Minh-Stadt – Saigon – Rushhour

Apropo Kamera, ich wollte meine ja noch reparieren lassen! Also schnell zum Hotel und zu der netten Frau, die mir meine Kamera in einer Stunde für nur 18€ reparieren wollte. In dieser Stunde setzten wir uns in den MC Donalds. Mein Freund hatte Hunger und wollte etwas essen was er kennt. Wir guckten uns weiter den Verkehr auf der Straße an und mussten lachen als die Straße ausgeweitet wurde auf die Bürgersteige, weil es keinen Platz mehr gab.

Ho-Chi-Minh-Stadt – Saigon – Rushhour

Nach der Stunde gingen wir zurück und tatsächlich war das Objektiv repariert. Wir setzten es auf den Body und probierten die Kamera aus, war alles einwandfrei? War doch noch was anderes Kaputt? – Nein, alles war tipp top! Ich freute mich so sehr! Die 35 mm Festbrennweite von meinem Freund ist zwar super klasse und total Lichtstark aber ich mag mein Zoom Objektiv doch zu sehr als, dass ich einen ganzen Urlaub drauf verzichte. Ich bedankte mich überschwänglich bei der Frau! Sie hat meine geliebte Kamera, mein „Baby“ wieder ganz gemacht!

Ich mag Großstädte besonders in der Abenddämmerung und der Nacht. Vor allem Asiatische Städte die Tagsüber etwas dreckig wirken haben nachts einen ganz anderen Charm. Deshalb zogen wir noch einmal, jetzt mir reparierter Kamera, los um Nachtaufnahmen zu machen.

Ho-Chi-Minh-Stadt – Saigon – Abendlicht
Ho-Chi-Minh-Stadt – Saigon – Abendlicht

Am Abend entschieden wir uns jedoch dagegen noch eine zweite Nacht in Saigon zu bleiben und überlegten uns wo wir am nächsten Tag hinreisen wollten. Wie wir uns entschieden haben lest Ihr im nächsten Blog Eintrag.

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