Frohwerte und Drohwerte

In den letzten Artikeln habe ich immer wieder von der Supplementierung von Aminosäuren, Mineralien, Vitaminen und Spurenelement gesprochen. Ich wurde deshalb schon häufig gefragt:

  1. Warum nimmst du das? Wenn man ausgewogen isst, ist doch alles in den Lebensmitteln drin! Oder?
  2. Was nimmst du?
  3. Woher weißt du, dass du genau das Supplement brauchst?
  4. Woher weißt du, wie viel du von dem Supplement brauchst?
  5. Welche Werte sollte man überprüfen lassen und wie oft?

Ich möchte diese Fragen beantworten.

  1. Warum nimmst du das? Wenn man ausgewogen isst, ist doch alles in den Lebensmitteln drin! Oder?

Fakt ist, dass unsere Böden Nährstoff arm sind. Wenn unsere Böden Nährstoff arm sind, frage ich euch: Wie sollen dann unsere Pflanzen und unsere Tiere, die wir essen, Nährstoffreich sein?

Nächstes Problem: Wenn du einen Apfel wirklich frisch vom Baum pflückst und ihn direkt in deinen Mund steckst dann sind Vitamine enthalten. Was passiert aber wenn du Ihn lagerst?

Bei der Lagerung passiert folgendes:

„Die Stoffwechselprozesse im Apfel gehen nach der Ernte weiter: Stärke wird in Zucker umgewandelt, Säuren bauen sich ab, die Frucht gibt Wasser an die Umgebung ab und wird dadurch weich. Irgendwann ist der Apfel dann ungenießbar. Zudem können sich in einer feuchten und warmen Atmosphäre Pilzsporen, die bereits bei der Ernte am Apfel sind, schlagartig vermehren. Das würde dazu führen, dass die Früchte zu faulen beginnen. Da all diese Prozesse vor allem von Wärme und dem Sauerstoffgehalt abhängig sind, finden sie in der kontrollierten Atmosphäre kaum statt. Mit kontrollierten Atmosphären sind sogenannten CA-Lager gemeint (CA steht für „controlled Atmosphere“). Hier herrscht eine Temperatur von ein bis vier Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit beträgt 98 Prozent und durch Zugabe von Stickstoff liegt der Sauerstoffanteil bei nur 0,8 Prozent. Das sind Bedingungen, die den Reifeprozess der Äpfel stark verlangsamen.“

Heißt das, dass dann auch noch alle Vitamine enthalten sind? Leider nein:

„Ein Test hat gezeigt, dass nach gerade einmal zwei Monaten Lagerzeit die Äpfel rund die Hälfte ihres Vitamin C Gehaltes verloren haben. Der Grund: Vitamin C baut sich generell sehr schnell ab, umso rascher, je höher die Temperaturen sind. In einem Lagerapfel ist zwar selbst nach 12 Monaten noch ein Restgehalt vorhanden, doch der ist dann mit wenigen Prozent sehr gering.“

Quelle: Information Äpfel

Leider zeigen andere Test, dass Frischkost weniger Vitalstoffe enthält als noch vor 50 Jahren. Aus einer aktuellen amerikanischen Studie wird bestätigt, dass Obst und Gemüse längst nicht mehr so vitaminreich wie früher sind.

„Laut der aktuellen Untersuchung fällt der Gehalt an Vitalstoffen seit den 70er-Jahren rapide ab: Der Verlust von Vitamin A bei Äpfeln beträgt 41 Prozent. Paprika hat um 31 Prozent weniger Vitamin C und Brokkoli nur noch die Hälfte an Eisen.

Blumenkohl hat heute nur halb so viel Vitamin C, B1 und B2 als noch vor 40 Jahren. Ausgelaugte und schadstoffbelastete Böden in der Landwirtschaft führen zu einem drastischen Verlust an Mineralstoffen und Vitaminen in der Nahrung. „Der Mangel an Magnesium in der heutigen Ernährung ist auffallend“, bestätigt Arzt und Biochemiker Jörg Birkmayer.

Und US-Mediziner Al Sears meint: „Sie müssen heute zehnmal so viel Obst und Gemüse essen, um die gleiche Menge an Vitaminen und Mineralstoffen wie vor 50 Jahren zu bekommen.“ Wem das zu viel erscheint, muss zu diversen Nahrungsergänzungsmitteln und Vitaminsäften greifen.“

Quelle: Obst und Gemüse verlieren Nährstoffe

Deshalb habe ich beschlossen auf hochwertige Supplemente zurückzugreifen.

  1. Was nimmst du?

Ich habe mittlerweile eine „Junkie Box“ mit mehreren Supplementen, die ich je nach BEDARF konsumiere. Ich habe aber auch welche die ich Täglich nehme, dazu gehören:

  • Multivitamin / Multimineral
  • Vitamin C
  • Zink
  • Magnesium
  • Selen
  • Jod
  • Liposomales Eisen

Zu den Optionalen gehören:

  • Omega 3 (fast Täglich) mit 300 mg EPA und 200 mg DHA pro Kapsel
  • Vitamin E und A
  • Vitamin D (Pro Woche ca. 50.000 EI)
  • Omega 7
  • CLA – Konjungierte Linolensäure
  • Kalzium, Kalium
  • Grün Tee Extrakt
  • Niacin (mit und ohne Flash – erkläre ich ein anderes Mal)
  • Nachtkerzenöl
  • Chrompicolinat (Phasenweise)

Nun kommen wir zur nächsten Frage, nachdem ich dich wahrscheinlich geschockt habe:

  1. Woher weißt du, dass du genau das Supplement brauchst?

Ich bin Ingenieur. Ich brauche alles analytisch / wissenschaftlich begründet bevor ich etwas nehme. Ich nehme keinen Kraut nur weil mir irgendjemand verspricht: „davon wirst du lange Leben“. Nach Indien habe ich angefangen zum Hausarzt zu gehen und eine simple Blutanalyse vorzunehmen. D.h. ich gucke in mein Blut und beantworte mir folgende Fragen:

  • Was ist vorhanden?
  • Wie viel ist vorhanden?
  • Ist es im Normbereich drunter / drüber? Dazu gleich mehr…
  • Welche Werte kann ich optimieren und wie?

Mit dieser letzten Frage kommen wir zu Frage Nummer 4:

  1. Woher weißt du, wie viel du von dem Supplement brauchst?

Um diese Frage zu beantworten möchte ich zwei Beispiele nennen:

Nach dem ich nach Indien festgestellt habe, dass ich eine Schilddrüsen Unterfunktion habe, habe ich recherchiert was eine gesunde Schilddrüse braucht. Antwort war: Jod und Selen. Hier in Deutschland ist weder das eine noch das andere in unseren Böden vorhanden. Jodiertes Salz bringt leider die erforderlichen Mengen nicht mit. Also habe ich angefangen beides mit 200 mg zu supplementieren. Nach drei Monaten habe ich meine Schilddrüse wieder überprüfen lassen und alles war wieder in Ordnung. Selen und Jod habe ich trotzdem weiter genommen!

Um Vitamin D aufzufüllen wird der Anfangswert zunächst bestimmt. Dr. van Helden hat zwei Formeln entwickelt um seinen Anfangswert auf den Optimalen Wert zu bekommen und eine Formel für die Dauertherapie. Denn du verbrauchst das was du einnimmst! Meine Anfangstherapiedosis lag bei 450.000 EI. Diese Dosis habe ich über 10 Tage verteilt eingenommen. Meine Dauertherapie lag laut der Formel bei 4.500 EI am Tag. Durch eine erneute Blutanalyse habe ich festgestellt, dass das NICHT reicht! Mittlerweile habe ich festgestellt, dass ich ca. 50.000 EI pro Woche brauche.

D.h. Ich habe eine Kontrolluntersuchung durchgeführt. Also alles wissenschaftlich überprüft! Das gleiche habe ich mit meinem Aminogramm und den anderen Werten gemacht. Hier habe ich allerdings ein Intervall ca. sechs Monaten gewählt.

  1. Welche Werte sollte man überprüfen lassen und wie oft?

Wie eben schon beschrieben: Ich habe mich für ein Intervall von ca. 6-12 Monaten entschieden. Wenn ich irgendein Problem habe rätzel ich nicht herum, sondern gehe messen. Deshalb war ich 2017 insgesamt drei Mal selbst messen und im Krankenhaus wurden die wichtigsten Werte auch drei Mal Kontrolliert. Bei einem guten Hausarzt kann man viele der Werte kostenfrei bekommen, hier einfach nachfragen. Wenn dein Hausarzt z.B. das Aminogramm nicht durchführt oder es nicht kennt kann ich dir z.B. Ganzimmun in Mainz empfehlen. Das ist ein Labor wo du nur die reinen Laborkosten zahlst und ohne Termin nur mit deiner Wunsch Liste hingehen kannst.

Ich habe mich an den Froh- und Drohwerten von Dr. Strunz orientiert. Das ist eine PDF wo er die wichtigsten Werte mit Beschreibung und Referenzbereich aufgelistet hat.

Hier die PDF: Frohmedizin – Froh- und Drohwerte

Der normale Referenzbereich orientiert sich an dem Durchschnitt in Deutschland. Ich möchte aber nicht mit 30 Burnout, 50 Alzheimer und 55 Krebs haben. Ich will gesund sein! Also will ich auch optimale Werte. Hier sind eine Reihe von Werten die man überprüfen kann:

  • Am allerwichtigsten finde ich ist das Aminogramm. Aminosäuren sprich Eiweiß ist dein Immunsystem. Fehlt hier ein Element bist du Krank. Allergien, Unverträglichkeiten, Burnout, Alzheimer, Krebs, Schnupfen, Leistungseinbuße beim Sport, Speck der nicht weg will… was auch immer hier bitte als erstes ansetzten!
  • Kleines Blutbild, folgende Werte werden hier gemessen:
    • Anzahl der Erythrozyten (rote Blutzellen)
    • Anzahl der Leukozyten (weiße Blutzellen)
    • Anzahl der Thrombozyten (Blutplättchen)
    • Hämoglobinkonzentration (Hb): Konzentration des roten Blutfarbstoffs
    • Hämatokrit (Hkt): der prozentuale Anteil der Blutzellen am Blut
    • mittlerer korpuskulärer Hämoglobingehalt (MCH): die Hämoglobinmenge in einem Erythrozyten
    • mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration (MCHC): die durchschnittliche Hämoglobinkonzentration in einem Erythrozyten
    • mittleres korpuskuläres Volumen (MCV): das durchschnittliche Volumen eines Erythrozyten
  • Schilddrüse: Freies T3, Freies T4 und TSH: Die Schilddrüse bestimmt ob du müde oder wach und aktiv bist. Ob du ein Problem hast deine Figur zu halten oder ob du schlank bist!
  • Cortisol: Hauptstresshormon im menschlichen Körper
  • Freies Testosteron: Für Männer UND Frauen unentbehrlich! Bei zu wenig Testosteron können sowohl verringertes Lustempfinden und Potenzabnahme, aber auch Beschwerden, wie erhöhte Reizbarkeit, sowie Verlust an Muskelmasse und Muskelkraft die Folgen sein.
  • IGF I (Somatome- C): Insulin-like Growth Factor. Mit das wichtigste Anti- Aging-Hormon. HGH baut Fett ab, Muskeln auf, hält jede Zelle jung.
  • Cholesterin: kann simple durch Omega 3 gesenkt werden.
  • Magnesium: Das Salz der inneren Ruhe, das Salz der Belastbarkeit.
  • Zink: Der entscheidende Faktor für den Aufbau körperlichen Eiweißes. Damit wesentlich für ein kompetentes Immunsystem. Entscheidend für die Neubildung von Haar, Fingernägeln, der Haut. Zink regelt den Testosteronspiegel, also die innere Power und damit sexuelle Aktivität des Mannes und der Frau. Wunderwaffe gegen Hautkrankheiten wie Ekzeme, Neurodermitis etc.
  • Kalium: Das Leistungsmineral.
  • Kalzium: Steuerung der Muskelkontraktion, der Blutgerinnung, nötig für den Knochenaufbau.
  • Ferritin: Eisenspeicher, Spiegel der Eisenreserven, Maß für die Sauerstoffversorgung der Muskulatur, auch des Herzens, bei physischer und psychischer Anstrengung häufig erniedrigt. Ein wesentlicher Leistungsparameter.
  • Selen: Spurenelement, unverzichtbar für innere Dynamik, Antioxidansin der Zelle. Senkt – wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen – das Krebsrisiko. Auch ein wesentlicher Leistungsparameter.
  • Vitamin A bzw. Beta-Carotin: Vorstufe von Vitamin A. Schützt als Antioxidans jede Zelle.
  • Vitamin E: Verringert Krebsrisiko, Antioxidans an der Zellmembran, schützt nachweislich und entscheidend vor Arteriosklerose, lebensverlängernde Wirkung im Tierversuch bereits nachgewiesen. Auch ein wesentlicher Leistungsparameter
  • Vitamin D (25-OH): Speicherform von Vitamin D in der Leber.
  • Folsäure: Reguliert die Zellteilung, wichtig für die Gewebe- und Blutbildung, verhindert Arteriosklerose durch den Abbau des eigenen Risikofaktors Homocystein. Mischt bei allen Wachstumsprozessen im Körper mit. Über 95 Prozent der Deutschen haben zu wenig Folsäure im Blut. Auch ein Leistungsparameter
  • Vitamin B 12: Zellwachstum und Zellteilung. Wichtig für Blutbildung. Ein Mangel lässt jede Zelle schneller altern. Zu wenig Cobalamin macht alt und vergesslich, müde und dick.
  • Vitamin K: Wichtig für Blutgerinnung. Vitamin K wird auch von Darmbakterien gebildet. Bei Störungen der Darmflora, beispielsweise Darmpilzerkrankungen, Vitamin-K-Mangel möglich.

Bei Verdacht auf Schwermetall im Körper:

  • Cadmium: Giftig für die Nieren. Besonders im Tabak enthalten.
  • Blei: Giftig für Nerven und Knochen. Enthalten in unseren heutigen Nahrungsmitteln, leider insbesondere im Fisch.
  • Quecksilber: Umweltgift Nr. 1. Steckt in der Amalgamplombe und leider auch im Fisch und in der industriellen Umweltverschmutzung. Giftig für Gehirn und Nerven. Mein Wert war nach dem Vietnam Urlaub bei fast 10 µg/l. Er soll eigentlich unter 5 µg/l sein…

In meiner ersten Messung habe ich das Aminogramm, die Mineralien, Schilddrüsenwerte, Selen, kleines Blutbild, Cholesterin, Ferritin und Vitamin D testen lassen. Das hat mir für den Anfang gereicht. Diese Werte empfehle ich auch bei einer ersten Messung um einen guten Überblick zu bekommen.

Hast du noch Fragen? Ich werde in der Zukunft weitere Texte zu diesem Inhalt schreiben, vielleicht hast du ein Thema was dich besonders interessiert? Dann lass es mich wissen!

2 Gedanken zu „Frohwerte und Drohwerte“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.