Insekten essen – eat simple! Mehlwürmer – Wok Rezept

Ich habe es getan! Ich habe zum ersten Mal eine kleine Menge Mehlwürmer aus meiner Zucht genommen und sie gegessen. Wie bin ich vorgegangen? Was gibt es zu beachten? Und die wichtigste Frage: wie schmecken sie?

  1. Schritt: Damit die Mehlwürmer nichts mehr im Magen haben, habe ich sie auf Diät gesetzt. D.h. eine kleine Menge Mehlwürmer aus dem Futter entnommen und separat gesetzt. Dort habe ich sie zwei Tage lang fasten lassen.
  2. Schritt: Nun kommt der Part, den viele nicht mögen. Nein, noch nicht das Essen… Die Tiere müssen sterben, ich möchte sie nicht noch zappelnd essen. Also wie macht man das? Einfach in das Gefrierfach mit ihnen.
  3. Schritt: Zubereitung: Nach dem die Mehlwürmer gefroren und nicht mehr lebendig sind, werden sie in einen Topf mit nicht mehr kochendem Wasser gegeben oder in eine Pfanne mit etwas Öl. Ich habe hier leckeres Wok-Gemüse gemacht und anstelle Hähnchen, die Mehlwürmer drangemacht. Hier ist das Rezept:

Zutaten

  • Pro Person: 50 g Mehlwürmer
  • 4-6 Karotten, grob geraspelt
  • 1 Pak Choi, in Streifen
  • 250 – 400 g Pilze (braune), in Scheiben
  • 1 Kohlrabi, in Stifte
  • 1 Paprika, in Streifen
  • 1-2EL Sojasauce
  • 1 TL Garam Masala
  • 200 ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer
  • Kokosöl, zum braten
  • 1 Zwiebeln, gewürfelt
  • 1 Zehe Knoblauch, zerdrückt
  • 1 TL Ingwer, gerieben

Zunächst das Kokosöl in einem Wok erhitzen, darin die Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer anbraten. Die Karotten, Kohlrabi und die Paprika dazu geben und andünsten. Anschließend die Pilze und den Pak Choi dazu geben, mit dem Garam Masala würzen und die Sojasauce dazu geben. Mit der Gemüsebrühe ablöschen und das Gemüse auf mittlerer Hitze einige Minuten lang durchziehen lassen.

Derweil in einer zweiten Pfanne Kokosöl erhitzen und die Mehlwürmer anbraten. Ich habe sie auch mit etwas Garam Masala gewürzt.

Das Gemüse mit Salz und Pfeffer abschmecken und auf Teller geben. Die Mehlwürmer über das Gemüse verteilen.

Und wie schmecken sie nun? Ich muss ehrlich sagen, es kostet erst einmal Überwindung sie zu essen. Nicht nur, weil es Würmer sind, sondern weil ich sie aufgezogen habe. Aber ich habe es trotzdem getan und war verblüfft als ich den Geschmack von Haferflocken im Mund hatte. Haferflocken haben sie hauptsächlich von mir bekommen. Als Nächstes werde ich sie deshalb mit anderen Sachen füttern, ob sie von Chilli schärfer oder würziger werden?

Es bleibt spannend! Frohes ausprobieren 😀 

 

2 Gedanken zu „Insekten essen – eat simple! Mehlwürmer – Wok Rezept“

  1. 🙂
    Cooler Artikel für Dummies wie mich! Genau so etwas gesucht.
    Danke dafür.

    Vor langer, langer Zeit habe ich mal bei einer Uni nachgefragt, wie das mit Parasiten und Bakterien, zB im Magen, Darm der Insekten aussehen könnte.
    Eine klare Antwort habe ich aber nicht bekommen: natürlich sei ein Befall möglich, aber auf Grund der Magensäure ist nicht davon aus zu gehen, dass davon eine Gefahr ausgehen könnte, man esse ja vermutlich keine grossen Mengen…
    Und was ich selbst schon dachte zuvor, der Mann aber tatsächlich auch anführte: man verschlucke ja auch ab und zu mal Fliegen oder anderes, etwa auf dem Fahrrad oder Motorrad – davon sei auch noch nicht bekannt, dass daran jemand verstorben wäre.

    Eine Magenverstimmung oder Durchfall wäre denkbar, aber das wäre aus den genannten Gründen und bei einer Gewöhnung sicher kein grosses risiko.
    Anders sehe es bei Allergieen aus, Menschen, die zB keine Schalentiere vertragen, könnten evtl. Reaktionen zeigen.

    Im Nachhinein habe ich das Thema immer wieder versucht, nach zu recherchieren, und es bleibt wohl dabei.

    Ich habe bisher gefriergetrocknete gekaufte Tiere gegessen – das Übelste Schockmoment waren Hauschrecken: ich habe den Fehler gemacht, sie so zu essen, dass sie mir erstmal direkt in die Augen zu sehen schienen – lol, das war kein so cooles Gefühl.

    Ich komme von einem Bauernhof, und das Thema „Augen“ in allen denkbaren Aufbereitungsformen und von verschieden Arten ist mir so fremd nicht: wir haben Hofschlachtung gehabt damals und es ist ALLES verwertet worden vom Tier, dem man viel Mühe geopfert hat und es von der Geburt bis zum Teller begleitet hat: das war eine Art selbstverständliche Wertschätzung.
    Und ja: Augen waren nicht so meins….
    Aber was auf den Tisch kam, wurde auch gegessen von jemand.
    Und es fanden sich auch immmer Brüder oder Eltern, die sich geradezu darum gestritten haben…

    Geschmeckt haben sie super und ich werde jetzt mal Deine Tipps hier ausprobieren.
    Das Problem ist: ich bin sehr undiszipliniert und wenn mich etwas zu nerven beginnt, lass ich es spontan.
    Ich kaufe deshalb auch keine Ausstattung und will erstmal sehen, ob sie meine gesammelten knochharten Brortreste schaffen.

    WENN das der Fall ist, dann kann es durchaus sein, dass das ein Hobby wird – ich bin in einem Verein, der sich mit Nachhaltigkeit und makerspaces etc. beschäftigt und ich hätte echt Spass daran, Käfer ins Fenster zu setzen und mich im Verein darum zu kümmern und statt ständig Pizza und Kram zu holen, mal zusammen Insektengerichte zu präsentieren.
    Ich suche eh noch ein eigenes Projekt.

    Mal sehen, vielleicht findet Dein Beitrag hier Nachfolger und Erlangen ist infiziert von Dir!

    Vielen Dank, ich werd die Tage mal ein wenig hier rum stöbern: Deien Seite ist schön und lädt ein, auch wenn ich mit dem Kontrast weiss/grau auf hellgrün so meine Probleme habe.

    Alles Gute für Dich, stay safe und have fun.

    „Yo“

    1. Hallo Yo,

      es freut mich, dass dir der Beitrag gefallen hat. Über Parasiten habe ich mir keine Sorgen gemacht, Asiaten essen sie jeden Tag.
      Für Studienkollegen aus dem asiatischen Raum war es jedenfalls völlig normal. Es ist ein doch recht aufwändiges Hobby, aber wenn
      du klein anfängst und die Farm klein hältst, dann sollte sich der Aufwand auch in Grenzen halten.
      Lieben Gruß Elisa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.