Hội An – Teil 1

Als wir in Hội An ankamen regnete es sehr viel. Wir liefen trotzdem los in die Altstadt und setzten uns in ein Café, hier frühstückte mein Freund während wir den Regen und den Trouble um uns beobachteten.

Von Hội An wussten wir, dass es eine Stadt voller Schneider ist. Hier haben sich in den letzten Jahren um die 500 Schneider niedergelassen. Sobald man in Richtung Altstadt läuft reihen sie sich neben einander. Ich wusste schon zuvor, wenn wir in diese Stadt reisen dann wollten wir auf jeden Fall etwas schneidern lassen. Deshalb liefen wir auch als nächstes weiter in die Altstadt hinein um uns ein paar Schneider anzusehen. Das Problem dabei ist, ist man einmal in einen rein gegangen lassen sie einen nicht mehr gehen.

In Hội An preisen überall Schneider ihr können an.

Der erste Schneider lag sehr Zentral und war etwas größer. Hier wurden wir von zwei sehr freundlichen Damen bedient. Sie zeigten uns erst die Schnitte und wir konnten in Katalogen auswählen was wir wollten. Ich Designte aus drei verschiedenen Kleidern mein Traum Kleid und besprach meinen perfekten Mantel mit der Frau während mein Freund mit der anderen Frau über Hosen und Hemden sprach. Nachdem die Schnitte geklärt waren suchten wir die Stoffe aus. Anschließend wurden wir ausgemessen. Nun fingen die Damen an in ihre Taschenrechner zu tippen und nannten uns den Preis. Wir waren mit dem Preis jedoch nicht zufrieden und verhandelten. Wir erfragten den Preis für jedes einzelne Kleidungsstück um herauszufinden welches am teuersten war und ob der Preis dafür gerechtfertigt ist. Insgesamt hatten wir uns zwei Hosen und zwei Hemden für meinen Freund und für mich ein Kleid, ein Mantel und zwei Blusen ausgesucht. Der Mantel war z.B. von einem sehr einfachen Schnitt und auch der Stoff war nicht sehr hochwertig – genauso wie alle anderen Stoffe. Dazu kam, dass wir viele Kleidungsstücke bestellen wollten und somit einen größeren Verhandlungsspielraum besaßen. Wir fragten einfach nach einem Rabatt und die Frauen fingen erneut an zu tippen. Während sie in ihre Taschenrechner tippten unterhielten wir uns über das Mittagessen.  Wo rauf hast du Lust? Eher Pizza oder doch etwas traditionell Vietnamesisches? Denn wir waren mittlerweile eine ganze Weile in dem Geschäft und hatten sehr großen Hunger. Die Frauen sagten uns einen neuen Preis. Ich Fragte meinen Freund: „wir können auch erst Mittagessen und das ganze überdenken und dann danach wieder kommen, was meinst du?“. Die Frauen interpretierten unser Gespräch falsch und dachten wir seien immer noch nicht zufrieden. Sie sagten: „nennt uns den Preis, den ihr bereit seit zu zahlen.“  Wir tippen eine viel kleinere Summe ein, die Frauen seufzten, besprachen sich kurz und fingen wieder an zu tippen. Auch wir unterhielten uns weiter. Das ging eine ganze Weile weiter so hin und her. Unser Hunger wurde immer größer und immer wenn sie uns einen neuen Preis nannten meinten wir, dass wir erst gerne etwas essen würden und uns dann entscheiden wollen. Das trug dazu bei, dass wir am Ende 20 % Rabatt auf alles bekamen.

Jetzt kam der nächste Schritt, die Anzahlung. Keiner von uns beiden hatte ausreichend Geld dabei also mussten wir zur Bank. Die Frauen waren so freundlich uns nicht nur den Geldautomaten zu zeigen sondern die eine begleitete uns auch noch dahin! Welch ein Luxus! Oder eher die Angst, dass wir doch wo anders hin gehen? Hội An ist ja schließlich voll von Schneidern! Die Kleidungsstücke sollten schon am nächsten Tag für die erste Anprobe fertig sein. Nach einer gefühlten Ewigkeit verließen wir das Geschäft.

Nachdem Mittagessen entschieden wir uns noch nach weiteren Schneidern Ausschau zu halten. Mein Freund wollte unbedingt ein Hemd in einer ganz besonderen Türkis/blauen Farbe. Das Problem war, dass die meisten Schneider alle die gleiche Farbauswahl hatten.  In einer Parallelstraße zum Fluss fanden wir einen Schneider, der genau das Blau hatte. Es war zwar kein Hemdenstoff aber wir machten einen Gag daraus. Ich fand außerdem den Rock der Schneiderin total schön. Es war ein etwas kürzerer Bleistiftrock mit einem leicht anschmiegsamen Stoff. Meine Farbwahl war hier ein richtig knalliges Pink! Auch hier verhandelten wir wieder, hatten jedoch nicht so viel Verhandlungsspielraum wie im Geschäft zuvor.

Die Frau war sehr witzig und am Ende gab sie uns noch eine Karte von einem weiteren Geschäft. Sie meinte, der Laden würde zu diesem gehören. Dort gäbe es jedoch nur Schuhe und Taschen. Weiterhin meinte sie, wenn wir dort hingehen würden, können wir einen Rabatt bekommen da wir bei ihr schon etwas gekauft haben. Beim durchlaufen durch die Gassen waren uns solche Geschäfte auch schon aufgefallen und mein Freund hatte damit geliebäugelt sich eine Tasche machen zu lassen. Deshalb gingen wir in den Laden. Dort gab es fertige Taschen und Schuhe zu kaufen. Während mein Freund sich Stoffe für eine Tasche aussuchte verliebte ich mich in Schuhe. Es waren Stiefel mit einem kleinen Absatz. Ich fand das Modell klasse nur die Farbe mit einem Kuhfellmuster war nicht wirklich meins. Deshalb suchte ich nun auch nach einem passenderen Stoff. Und wieder: verhandeln. Wir drückten den Preis und sagten, dass wir schon zuvor in dem Geschäft sehr viel eingekauft hatten. Deshalb gab sie uns einen großzügigeren Rabatt.

Nun wollten wir den Abend genießen und schlenderten einfach durch die Altstadt. Die Altstadt von Hội An gehört zum Weltkulturerbe und ist durch seine gut erhaltenen alten Gebäude und Tempel wunderschön. Ab dem Mittag dürfen kein Roller und keine Autos nicht mal Fahrräder in der Altstadt fahren. Dadurch ist die Altstadt im Gegensatz zu anderen Städten in Vietnam sehr angenehm zu durch laufen.

Straßen von Hội An
Straßen von Hội An
Straßen von Hội An
Straßen von Hội An
Straßen von Hội An
Straßen von Hội An
Straßen von Hội An
Straßen von Hội An

Abends entsteht ein Lichtermeer in der Altstadt. Bunte, vietnamesische Seidenlampen beleuchten die ganze Stadt und lassen das Wasser in schillernden Farben leuchten. Von unserer Hotelbesitzerin wussten wir, dass zum Vollmondfest, immer am 14. Tag jeden Mondmonats, um 18 Uhr alle elektrischen Lichter in der Stadt aus gehen. Auch bewegen sich tänzelnd kleine Papierlaternen über den Thu-Bon und starten ihre Reise ins unbekannte Land und der Effekt der Seidenlampen verstärkt sich durch sie. Straßenhändler verkaufen die Laternen für rund einen Euro und setzen sie für die Touristen mit langen Stäben ins Wasser. Wir hatten Glück, durch unsere Flexibilität konnten wir einen Tag länger in Hội An bleiben und somit das Vollmondfest am nächsten Abend genießen.

Hội An im Abendlicht
Hội An im Abendlicht
Hội An im Abendlicht
Hội An im Abendlicht
Hội An im Abendlicht
Hội An im Abendlicht
Hội An im Abendlicht
Hội An im Abendlicht
Hội An im Abendlicht

 

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