Hanoi Teil – 1

Von Hội An fuhren wir mit dem Zug 17 h nach Hanoi. Wir hatten Schlafplätze in einem sogenannten „Soft Sleeper“: Das waren Betten im klimatisierten Vierer-Abteil im Schlafwagen. Die Abteile waren schmal, je zwei Hochbetten mit einem kleinen Tisch zwischen den unteren beiden Betten. Am Abteil Ende und Anfang gab es jeweils eine Toilette mit einem Waschbecken. Den ersten Abschnitt der Reise hatten wir Glück, denn wir waren alleine im Zimmer. Später am Abend kamen zwei junge Frauen dazu, die aber so müde direkt einschliefen.

Wir fuhren nachmittags los und wollten abends den Speisewagen ganz hinten im Zug nutzen um noch etwas anderes außer Süßigkeiten zu essen. Dort angekommen sahen wir sehr viel Personal was hier zusammen saß aber nicht wirklich Essen. Es gab Fertignudelsuppen. Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich ein großer Fan von Fertignudelsuppen in Vietnam geworden bin. Dort gibt es sogar glutenfreie Varianten mit Reisnudeln und eine unglaublich große Auswahl. Im Zug hatten wir genau zwei Varianten: eine mit „Rind“ und eine ohne. Wir nahmen mit Rind und waren glücklich mit unserer warmen Flüssigkeit.

Zurück in unserem Abteil versuchten wir auch zu schlafen. Ich habe schon in Laos meine Schlafmaske und Ohrenstöpsel zu schätzen gelernt. Hier kam beides wieder zum Einsatz. Dadurch schlief ich einigermaßen gut. Der Zug ruckelt einen in den Schlaf oder hält einen davon ab…
Am nächsten Morgen wurde ich früh wach, alle anderen drei schliefen noch und ich schnappte mir meine Kamera und machte Fotos von der Landschaft, an der wir vorbei fuhren. So früh wach konnte ich den wunderschönen Sonnenaufgang miterleben und die gefühlt unendlich Weiten Reisfelder bestaunen.

Zugfahrt nach Hanoi
Zugfahrt nach Hanoi
Zugfahrt nach Hanoi
Zugfahrt nach Hanoi
Zugfahrt nach Hanoi
Zugfahrt nach Hanoi
Zugfahrt nach Hanoi

Als wir in Hanoi ankamen wollten wir eigentlich laufen, da ich wusste es sind nur 2,5 km bis zum Hotel. Ein Taxifahrer meinte jedoch, dass wir nur nach Taximeter zahlen würden. Das wären also nur die gefahrenen km mal den Einheitspreis. In unserem Fall wären das also maximal 30 VDN gewesen. Wir setzten uns ins Taxi und kontrollierten den Taximeter –  der sollte auf null stehen, das war der Fall und fuhren los. Schnell bemerkten wir jedoch, dass das Taximeter nicht korrekt lief. Der Betrag lief weiter obwohl das Taxi stand! Wir sagten dem Fahrer, der meinte, wir sollten es nicht beachten. Er verfuhr sich und das Taximeter stieg und stieg…Beim Hotel verlangte der Fahrer 150 VDN von uns! 5-mal so viel! Ich ging ins Hotel und bat um Hilfe. Nun wurden wir Schauspiel von einem abgesprochenen System. Der Hotel Angestellte „Verhandelte“ und wir sollten am Ende trotzdem 100 VDN zahlen…Ich empfehle deshalb ganz genau abzusprechen wo der Ort ist wo man hin möchte und den Preis dafür zu erfragen bzw. zu verhandeln. Es gibt leider viel zu viele Taximeter, die manipuliert sind. In Laos, Süd Afrika und Indien habe ich so oft Taxis stehen gelassen, interessanterweise sind die Fahrer mir hinterhergelaufen und haben meinen Preis sehr oft akzeptiert.

Mit diesem unschönen Start gingen wir in unser Hotel und mussten erneut feststellen, dass Sterne hier nichts zu bedeuten haben. Ich hatte uns ein eigentlich schickeres Hotel zum Abschluss ausgesucht, bekommen haben wir ein verrauchtes „Nicht-Raucher-Zimmer“ mit Zigaretten verbrannten Stellen. Wir dachten uns, nun gut wir wollten hier nur eine Nacht bleiben, denn wir nutzen Hanoi nur zum durchreisen um in die Halong Bucht zu gelangen.
Wir ließen unser Gepäck im Hotel und schlenderten durch die Stadt vorbei am Lake of the Restored Sword (Hoan Kiem Lake). Der See in zentraler Lage am Rand der Altstadt ist perfekt angelegt am Wochenende sollen hier, wenn der Verkehr ausgesperrt ist, zahlreiche Tanzgruppen und Musiker auf der Promenade auftreten.
Im „Old Quarter“ ist der Dong Xuan Market. Der 1889 gegründete Dong Xuan Market befindet sich in einem vierstöckigen Gebäude im sowjetischen Stil am nördlichen Rand der Altstadt von Hanoi. Da er auch bekannt ist als Hanois größte Markthalle mit einer breiten Palette von Waren wie Lebensmitteln, Souvenirs, Accessoires und Kleidung, sowie eine Vielzahl an technischen Geräten, wollten wir die Gelegenheit nutzen und etwas für unser Lieben und uns selbst einzukaufen. Ich brauchte außerdem eine kleine Tasche um meine ganzen geschneiderten Kleidungsstücke aus Hội An zu verstauen.
Schon als wir dem Markt näher kamen wurde alles kunterbunt. Ähnlich wie in den meisten Märkten in Südostasien, hat Dong Xuan Market einen geschäftigen Marktbereich im Erdgeschoss, wo Einheimische Meeresfrüchten, Fleisch und Gemüse verkaufen. Souvenirs und Kleidung konnte in den oberen Etagen erworben werden, hier sind zahlreiche Stände mit T-Shirts, Stoffen, Schuluniformen, Handtaschen und Kunsthandwerk finden.
Es gibt auch einen riesigen Essbereich im Dong Xuan Markt, mit Lebensmittelverkäufern, die vietnamesischen Kaffee und exotische lokale Gerichte verkaufen. In der Umgebung des Dong Xuan Market sind viele weitere Geschäfte, in denen traditionelle Dong Ho-Zeichnungen, Bat Trang-Keramiken, Stickereien und Schnürsenkel von Binh Da und Sandmalereien gekauft werden können.
Die Tasche bekam ich hier auch, für umgerechnet 5 €. Hier ganz wichtig: man darf verhandeln! Da wir wussten, wir würden in vier Tagen wieder für einen Tag in der Stadt sein begnügten wir uns damit durch die Stände zu bummeln ohne weiter Sachen zu kaufen. Wir wollten nicht noch mehr Gepäck dabei haben.

Am Abend suchten wir uns im Old Quarter ein Restaurant. Wir haben dieses Viertel sehr mit unserem „Sachsenhausen“ in Frankfurt verglichen. Hier waren auch viele Restaurants, Kneipen, Unmengen an Menschen und viel Alkohol. Wir setzten uns raus an die Straße und bestellten uns Cocktails und lachten mit den ganzen Menschen, die hier durch die Straßen liefen.

Hanoi Old Quarter

Am nächsten Morgen ging es weiter zur Halong Bucht.

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