Bärlauch Sammeltipps und Rezeptideen

Wer die letzten Tage im Wald spazieren war hat vielleicht schon die grünen Spitzen im Boden gesehen und den Knoblauch und Zwiebelgeruch wahrgenommen. Ich konnte beim Joggen durch den Wald beobachten wir er nach und nach größer wurde – der Bärlauch.

Bärlauch


Der Bärlauch zeigt in manchen Regionen schon Anfang März die ersten zarten Bärlauchblätter. In anderen Regionen wo der Frühling sich etwas länger Zeit lässt muss bis Mitte oder Ende März gewartet werden.
Die Blätter der jungen Pflanzen schmecken besonders frisch und würzig. Sie können genauso wie später die weißen Blüten gegessen werden. Sobald jedoch die Pflanze blüht schmecken die Blätter nicht mehr so gut. Wer also zur Blütezeit Bärlauch sammeln will, sollte nach Pflanzen Ausschau halten, die noch nicht angefangen haben zu blühen.

Am Ende gebe ich euch ein paar Rezeptideen für den Bärlauch und erzähle euch was die Mama eines griechischen Freundes mit dem Bärlauch angestellt hat als ich ihr Bärlauch zum Besuch mitgebracht habe. Nun möchte ich euch als erstes erzählen was ihr beachten müsst beim Sammeln von Bärlauch. Viel Spaß!

Schutz der Pflanze

Der Bärlauch steht nicht unter Naturschutz.

In Brandenburg und Schleswig-Holstein steht er jedoch auf der roten Liste gefährdeter Arten, weil er dort nur selten vorkommt. Das hat aber noch kein absolutes Sammelverbot zur Folge. Wer sammeln möchte sollte allerdings die Seltenheit des Bärlauchs in diesen Gegenden berücksichtigen.

In Naturschutzgebieten steht der Bärlauch selbstverständlich, wie alle anderen Pflanzen, unter strengem Schutz. Wer in diesen Gebieten unterwegs ist sollte beachten, dass nicht gesammelt werden darf und die Wege auch nicht verlassen werden dürfen.

Für den privaten Eigenbedarf darf ansonsten überall gesammelt werden. Bitte beachte nur, dass die Natur nicht geplündert wird!

Ein paar Sammeltipps:

  1. Tipp: Nur in großen Beständen sammeln

Damit der Bärlauch sich weiter vermehren kann achte ich immer darauf nur an sehr großen Beständen zu Pflücken. Ganz nach dem Sprichwort: „So weit das Auge reicht“, dann ist für mich der Bestand groß. Am besten machst du dir bewusst, dass es noch viele andere Sammler gibt auch wenn du jetzt gerade vielleicht alleine bist.

Bärlauch
Bärlauch
  1. Tipp: Nur ein bis zwei Blätter pro Pflanze ernten.

Damit die Pflanzen weiterleben und sich vermehren können, achte darauf nur ein bis zwei Blätter je Pflanze zu ernten. Mit „Pflanze“ meine ich hier jetzt nicht die Einzelpflanze, die aus einer kleinen Zwiebel wächst und nur zwei Blätter besitzt, sondern die kleinen Pflanzengruppen, die meist wie eine Familie zusammensteht.

  1. Tipp: Blätter abschneiden.

Nimm am besten ein scharfes Messer oder eine kleine Schere mit in den Wald um die Blätter abzuschneiden. Die Blätter lassen sich auch mit den Fingern „abzwicken“. Reiße nur nicht an der Pflanze sonst passiert es ganz schnell, dass du die ganze Pflanze samt Zwiebel in der Hand hältst. Genau das wollen wir vermeiden, denn es kann die Bestände schädigen.

Sollte es dir doch mal ausversehen passieren, dass du eine der dünnen Zwiebeln aus der Erde ziehst, dann stecke sie wieder in die Erde hinein. Mit etwas Glück wächst sie später wieder an.

  1. Tipp: Pflanzen nicht zertrampeln.

Eigentlich sollte ein Sammler die Bärlauch-Pflanzen beim Sammeln nicht zertrampeln. In der Praxis wächst der Bärlauch jedoch an guten Stellen viel zu dicht, um Tritte auf die Pflanzen zu vermeiden.

Wenn der Bärlauch so wächst, dass du zwischen den Pflanzen genug Platz für die Füße hast, dann wächst der Bärlauch zu spärlich. An solchen Stellen solltest du nicht sammeln.

An den üppigen Stellen achtest du einfach darauf, dass du die Pflanzen möglichst wenig betritst und auch nicht mehrmals auf den Pflanzen rumstampfst. Dann haben sie die Chance, sich von unserem Besuch wieder zu erholen.

  1. Tipp: Abseits von Wegen sammeln

Das Sammeln direkt am Wegrand hat den Vorteil, dass du das oben angesprochene Pflanzen-Zertrampeln vermeiden kannst. Außerdem können sich die Bärlauch Pflanzen abseits vom Weg dann frei entfalten, ohne durch Sammler gestört zu werden.

Nachteil ist jedoch, dass zahlreiche Hunde am Wegrand entlang streifen und dort auch ihre Haufen oder Markierungen hinterlassen. Auch schmale Pfade, die vom Wild als Wildwechsel benutzt werden, sind aus diesen Gründen nicht geeignet, um direkt daneben Bärlauch zu sammeln. Solche Wildwechsel sind häufig nur als schmale Ausdünnungen des Pflanzenbewuchses zu erkennen.

Daher ist es sinnvoll, sich ein Stückchen von Wegen, Pfaden und Kreuzungen zu entfernen und dort die Bärlauch Blätter zu sammeln.

  1. Tüte, Beutel, Korb oder Hand.

Dein Ziel ist es, den Bärlauch möglichst frisch auch nachhause zubekommen. Dafür brauchen die Blätter Feuchtigkeit. Wenn ich durch den Wald jogge und meine Route so lege, dass ich gegen Ende an einer Bärlauch reichen Stelle vorbei komme, bin ich nach dem Pflücken 15 Minuten später zuhause. Dort Stelle ich die Blätter in eine Schüssel mit kaltem Wasser.
Das gleich habe ich schon mit einem Stoffbeutel und dem Fahrrad gemacht.
Wer natürlich sich vornimmt Spazieren zu gehen braucht länger nachhause. Dem Empfehle ich eine Plastiktüte mit zu nehmen. Nachdem Sammeln wird etwas Feuchtigkeit in die Tüte gegeben, falls der Bärlauch nicht genug Feuchtigkeit besitzt. Um ein Plattdrücken zu vermeiden wird die Tüte aufgepustet und verschlossen. Durch das Aufblasen, haben die Blätter einen Schutzraum und werden nicht zerdrückt.

Bärlauch
Bärlauch

Rezeptideen

Trockenen

Genauso wie jede andere Pflanze kann der Bärlauch getrocknet werden und so ist er sehr lange haltbar. Dafür den Bärlauch waschen und an den Stielen zu einem Bündel geben. Das Bündel mit einem Gummi oder einer Schnur fixieren und an einer Leine zum trocknen aufhängen. Das dauert ein paar Tage aber anschließend kann der getrocknete Bärlauch in einer Dose aufbewahrt werden und bei bedarf an Suppen, Salate oder einen Eintopf gegeben werden.

Rezept: Bärlauch Pesto

Wer gerne Pesto isst kann aus dem Bärlauch und Olivenöl ein leckeres Pesto zaubern. Wer mag gibt hier noch Pinienkerne und / oder Hartkäse dazu.

  • 2 Bund Bärlauch, frisch
  • 1 EL Pinienkerne
  • 50 g Pecorino oder Grana Padano
  • 1 dl natives Olivenöl
  • 1 TL Pfeffer
  • 1/2 TL Salz

Bärlauch gut waschen und putzen, mit dem Wiegemesser ganz fein hacken. Etwa das halbe Bärlauch Gewicht Pinienkerne im Mörser zerstampfen. Anteilmäßig gleich viel Pecorino oder Grana Padano fein reiben.
Alles in eine Schüssel geben und mit Olivenöl überdecken. Zu einem Brei verrühren, evtl. mit dem Stabmixer nachhelfen. Zwei bis drei Stunden bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Mit schwarzem Pfeffer und Salz abschmecken.
In sterilisierte, möglichst kleine Konfitüre Gläser abfüllen. Kühl und dunkel lagern (bis zu acht Wochen.)

Rezept: Wilder Bärlauch Salat

  • 1 Bund Bärlauch
  • Andere Wildkräuter und Salate wie z.B. Löwenzahn, Rucola, …
  • Gemüse: Paprika, Pilze, Karotten, …
  • Kerne: z.B. Sonnenblumen- und Kürbiskerne
  • Dressing: Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer

Den Bärlauch grob oder fein kleinschneiden, ganz wie du magst. Mit den Anderen Kräutern und Salatblättern mischen. Das Gemüse in Scheiben schneiden, streifen, raspeln oder würfeln. Das Dressing über den Salat geben und mit deinen lieblingskernen bestreuen.

Rezept: Fisch mit Bärlauch

Ich habe einem lieben Freund in Griechenland (auf Kreta) ein Glas getrockneten Bärlauch mitgebracht. Die Familie kannte das Kraut noch nicht und seine Mama hat den Bärlauch kurzerhand an den Fisch gegeben. Sie hat den Fisch danach ganz normal im Ofen gebacken. Der Bärlauch Geschmack ist dabei durch den Fisch gezogen. Dieser Fisch war der erste Fisch und das erste nicht vegetarische Essen nach über zwei Jahren vegan / vegetarischer Ernährung und er war unglaublich lecker! Vielen Dank an die liebe griechische Familie, die mich in der einen Woche so lieb bei sich aufgenommen hat!

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