HILFE Ich werde immer DICKER! Und warum schlanke so viel essen können.

Viele Menschen wissen schon, dass wenn man abnehmen will ein Kaloriendefizit vorhanden sein muss und eine Erhöhung der körperlichen Aktivität. Warum nehmen dann viele trotzdem weiter zu? Eine Arbeitskollegin leidet derzeit unter genau dem Phänomen: „Ich esse doch nur Gemüse und nehme trotzdem jede Woche ein kg zu!“ sagte sie zu mir. Auch ich habe an mir selbst beobachtet, dass ich kaum kcal essen brauche um zu zunehmen. Eigentlich müsste ich den ganzen Tag Sport machen und nur 600 kcal am Tag essen damit ich dauerhaft abnehme. Jetzt habe ich etwas entdeckt was mir und vielen anderen Menschen bestimmt helfen wird:

Mir ist schon seit gut zwei Jahren bekannt, dass mein Darm und meine Verdauung einwandfrei funktionieren muss damit mein Immunsystem voll intakt ist und ich Leistungsstark sein kann. Neu für mich ist, dass meine Darmflora auch entscheidet ob ich dick oder dünn bin. Die Darmbakterien bei fettleibigen Menschen unterscheiden sich von denen bei mageren Individuen. (Nature 2006 Dez 21; 444 (7122): 1027).

Darmbakterien sind unteranderem dafür zuständig Teile der menschlichen Nahrung in kurzkettige Fettsäuren und Kohlenhydrate zu teilen, damit sie für den Menschen verwertbar ist. Mit über 90 % dominieren zwei Bakteriengruppen entscheidend den Darm:

Bacteroidetes und Firmicutes

Bei einigen Studien (Beschrieben unterwandern in Nature 2006 Dez 21; 444 (7122): 1027) wird berichtet, dass bei der Untersuchung des Stuhlgangs von übergewichtigen Menschen der Anteil des genetischen Materials von Firmicutes höher war als der Anteil bei schlanken Individuen. Darüber hinaus konnte man feststellen, dass wenn übergewichtige Personen über ein Jahr an Gewicht verloren, wurde der Anteil von Firmicutes dem von schlanken Menschen ähnlicher.

Deshalb gilt: je höher der Anteil an Bacteroidetes desto niedriger ist das Körpergewicht. Dabei spielt es keine Rolle ob man fettreduziert oder kohlenhydratreduziert isst.

Interessant ist auch noch, dass in dieser Studie die fettleibigen Mäuse mehr Fermentationsendprodukte und weniger Kalorien in ihren Fäkalien hatten als schlanke Mäuse. Dies kommt daher da die Firmicutes Bakterien mehr kurzkettige Fettsäuren im Darm liefern. Somit können diese kurzkettigen Fettsäuren besser aufgenommen werden. In den Studien wurde festgestellt, dass die Tiere mit einem höheren Firmicutes Anteil eine um 8-10% höhere Energiemenge aus der Nahrung resorbieren. Dies geschieht durch den Abbau von langkettigen Kohlenhydraten (Ballaststoffen) und weiterer noch nicht verdauter Nahrungsbestandteile. Übertragen auf den Menschen bedeutet dies eine zusätzliche Kalorienzufuhr von ca. 200-250 kcal.

Nun eine kleine Rechnung:

Um 1 kg Fett zu verlieren muss man 7000 kcal einsparen. Im Umkehrschluss: Wenn ich 1 kg zu nehme habe ich 7000 kcal zu viel gegessen.

Wenn ich durch das Essen täglich 250 kcal mehr zu mir nehme sind das in der Woche 1750 kcal extra. D.h. nach vier Wochen hätte ich 1 kg mehr auf der Waage. Jährlich währen somit 10 – 12 kg möglich!

Und normalerweise wird fettleibigen Menschen geraten mehr Ballaststoffe zu essen… sicher ist das eine Möglichkeit aber viel wichtiger ist es, seinem Darm das zu geben was er braucht.

Nein damit meine ich nicht irgendwelche Probiotika-Kapseln einnehmen. Hier musste ich leider feststellen, dass eigentlich nur Firmicutes Bakterien in den Kapseln sind. Dieses Produkt habe ich hier zuhause stehen, weil ich eigentlich meiner Verdauung etwas Gutes tun wollte. Jetzt habe ich mal genauer auf die Verpackung gesehen. Das sind die Inhaltsstoffe des Produkts: Probiotika Kulturen Komplex -Kapseln 10 Milliarden KBE

  • Lactobacillus Acidophilus – Firmicutes
  • Streptococcus Thermophilus – Firmicutes
  • Lactobacillus Rhamnosus – Firmicutes
  • Lactobacillus Salivarius – Firmicutes
  • Bifidobacterium Bifidum – Actinobacteria, macht weniger als 10 % der Mikroorganismen im menschlichen Darm aus.

Mit solchen Kapseln würden wir ein Ungleichgewicht zugunsten der Firmicutes Bakterien schaffen. Die brauchen wir auch aber eben alles in Maßen!

Was also tun um die Bacteroidetes zu „füttern“?

Im Gegensatz zu Firmicutes können Bacteroidetes Fett nur schlecht verwerten. Bei knapper Nahrung sind Menschen folglich überlegen, die über weniger Bacteroidetes und mehr Fett verdauende Firmicutes verfügen. Das Umfeld, in dem wir heute leben, hält jedoch weniger Herausforderungen für uns bereit und häufig leben Menschen in der westlichen Welt eher im Nahrungsmittelüberfluss.

Firmicutes lieben Zucker und Fett. Das bedeutet leider auch: Wenn wir mehr Firmicutes haben, haben wir auch mehr Lust auf Dickmacher. Ein erster wichtiger Schritt ist also, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Dies ist leichter gesagt als getan, das weiß ich selbst. Hilfe bekommt man aus der Molekularmedizin:

z.B.: Tryptophan ist eine von neun essentiellen Aminosäuren. Essentiell heißt LEBENSNOTWENIDIG haben wir diese Substanz nicht geht es uns sehr schlecht und der Körper wird Krank (z.B. Depression). Tryptophan ist der Ausgangsstoff zweier Gehirnbotenstoffe, nämlich Serotonin und Melatonin.
Was kann Tryptophan bewirken? Um es kurz zu machen, nenne ich die drei wichtigsten Punkte:

  • Hohe Zufriedenheit und ein großer Wohlfühl-Faktor
  • Heißhunger ausschalten
  • Hervorragender Schlaf

Auch kann der Heißhunger auf süßes durch einen Mineralienmangel kommen, optimieren sie deshalb unbedingt ihre Mineralien. Helfen kann hierbei eine Gemüse- und eiweißreiche Ernährung, die auch die Bacteroidetes lieben, z.B. viel Chicorée, Lauch, Endivien, Hirse, Hafer und/oder Magerquark, Handkäse, Eiklar….
Anstelle von probiotischen Supplementen können die förderlichen Kulturen über fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi, Kokosjoghurt, Kefir oder Kombucha zugeführt werden.
Durch die Reduzierung des Zuckers wird die Ernährung automatisch kohlenhydratärmer. Falls dadurch noch kein Gewichtsverlust eintreten sollte, können sie die Kohlenhydrat-/Fettmenge immer weiter reduzieren bis ein Gewichtsverlust zu verzeichnen ist. Treiben sie dabei auch noch Sport können sie eine wertvolle Muskulatur aufbauen, die zusätzlich Fettdepots verbrennt während sie schon längst wieder an ihrem Schreibtisch im Büro sitzen.

Dieses „Rezept“ funktioniert bei mir. Ich treibe mittlerweile täglich Sport, abwechselnd Ausdauer / Kraft mit immer mal wieder 1-2 Tagen „Pause“ wo ich „nur“ fahrradfahre, wandere oder mich einfach dehne. Einfach nur weniger essen funktioniert zwar auch hat mich aber auf die Dauer nicht glücklich gemacht. Ich brauche meinen Sport und seitdem ich jetzt wieder täglich Kohlenhydrate in Form von Kartoffeln, Reis, Roggenbrot (…) in kleinen Mengen zu mir nehme habe ich beim Kraftsport mehr Energie und konnte einen Muskelzuwachs verzeichnen, auf den ich unglaublich stolz bin.

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