Molekularmedizinische Hilfe bei Mittelohrentzündung: Behandlung & Tipps

Die Mittelohrentzündung ist eine der häufigsten Ursachen für Hausarztbesuche bei Kindern. Bei Erwachsenen kommt die von Medizinern als „Otitis media“ bezeichnete Erkrankung auch vor, jedoch deutlich seltener als bei Kindern. Andere Probleme wie Ohren „piepen“ oder juckende Ohren sind auch immer häufigere Probleme. Was ist eine Mittelohrentzündung, welche Symptome bringt sie mit sich und wie kann man sie molekularmedizinisch behandeln? Wird man dabei auch die anderen Probleme los?

Was ist eine Mittelohrentzündung?

Die Mittelohrentzündung oder Otitis media ist eine meist durch Viren oder Bakterien bedingte Entzündung der Schleimhäute, die das Mittelohr aufbauen. Man kann das Ohr grob in drei Abschnitte Unterteilen:

  • Die Ohrmuscheln und der äußere Gehörgang
  • Das Mittelohr
  • Das Innenohr

An den äußeren Gehörgang schließt sich das Trommelfell an und stellt den Übergang von äußerem Ohr zum Mittelohr dar. Funktionell wird es zum Mittelohr gezählt. Im Mittelohr befinden sich die Gehörknöchelchen, die wegen ihres Aussehens als HammerAmboss und Steigbügel bezeichnet werden. Sie leiten Schallimpulse vom Trommelfell an das Innenohr weiter. In das Mittelohr mündet auch die Ohrtrompete (oft als Eustachische Röhre oder Tuba auditiva bezeichnet), die eine Verbindung zum Nasenrachenraum herstellt. Sie dient dem Druckausgleich zwischen Mittelohr und Umgebung und spielt bei der Entstehung der Mittelohrentzündung eine wichtige Rolle.

Wie entsteht eine Mittelohrentzündung?

Mittelohrentzündungen sind meist sogenannte rhinogene Entzündungen. Das heißt, sie entstehen, indem sich eine Entzündung des Nasenrachenraumes in das Mittelohr ausbreitet. Meist sind Viren (zum Beispiel das Grippevirus) die Auslöser einer solchen Entzündung, in selteneren Fällen kann sie auch durch Bakterien (Haemophilus influenzae, Streptokokkus pneumoniae) verursacht werden. Besiedeln die Erreger den Nasenrachenraum, etwa im Rahmen einer Erkältung, können sie über die Eustachische Röhre in das Mittelohr gelangen. Dort vermehren sie sich weiter und führen zu einer Entzündung der Schleimhaut, die das Mittelohr auskleidet.
Bei Verletzungen des Trommelfells kann es dazu kommen, dass Erreger über den äußeren Gehörgang durch das Trommelfell ins Mittelohr gelangen und dort zu einer Entzündung führen. Diese Ursache einer Mittelohrentzündung ist selten.

Was sind die Symptome einer Mittelohrentzündung?

Eine akute Entzündung des Mittelohres kann sehr unterschiedlich verlaufen. In vielen Fällen führt sie lediglich zu schwachen Schmerzen und einer kurzfristigen Entzündungsreaktion, die vom Arzt bei der Betrachtung des Trommelfells festgestellt werden kann. In schweren Fällen kann es allerdings zu einer fulminanten Entzündung kommen, die hohes Fieber und starke Schmerzen verursacht.

Die Schmerzen sind bei einer Mittelohrentzündung meist pochend, liegen tief im Ohr und können von Betroffenen genau lokalisiert werden. Auch eine vorübergehende Schwerhörigkeit auf dem betroffenen Ohr kann das Symptome einer Mittelohrentzündung sein. Da die Entzündung häufig mit einer Erkältung einhergeht, treten zusätzlich Symptome wie Fieber, laufende oder verstopfte Nase, Husten und Halsschmerzen auf.

Die Schwerhörigkeit, zu der oft ein Ohrenrauschen tritt, entsteht durch den Verschluss der Eustachischen Röhre im Rahmen der Entzündung. Sie kann ihrer Funktion, dem Druckausgleich mit der Umgebung, dann nicht mehr gerecht werden und ein Unterdruck im Mittelohr entsteht. Durch diesen Unterdruck in Verbindung mit der Entzündung kommt es zu einem Austreten von Gewebeflüssigkeit in die Höhle des Mittelohres (Paukenhöhle). Die nun mit Flüssigkeit gefüllte Paukenhöhle kann ihre Aufgabe in der Schallweiterleitung nicht mehr oder nur noch eingeschränkt erfüllen, es kommt zu einer vorübergehenden Verminderung des Hörvermögens.

Wie kann eine Mittelohrentzündung molkekularmedizinisch behandelt weden?

Sind Viren der Auslöser für die Entzündung, kann die Gabe von Zink unterstützend Helfen. Denn sobald Sie mit einem Virus kämpfen, wie das zum Beispiel gegen das bekannte Epstein-Barr-Virus oder derzeit aktuell Corona, sinkt Ihr Zink-Spiegel rapide und dramatisch. Innerhalb von drei Tagen.

  • Zink vermehrt die Anzahl der T-Zellen. T-Zellen sind Immun-Zellen, die Krankheitserreger beseitigen.
  • Zink stimuliert entscheidend den Aufbau neuer Zellen, das Zellwachstum. Das Immunsystem (Protein-Synthese) regeneriert sich ständig und wird durch Zink unterstützt.
  • Zink heftet sich außen an Schnupfenviren (wie Corona) an und verhindert so, dass diese Viren in unsere Zellen eindringen und sich dort vermehren können.

Schwere oder durch Bakterien verursachte Entzündungen bedürfen einer ärztlichen Behandlung. Meiner Erfahrung nach verschreiben Ärzte ohne eine genauere Untersuchung Antibiotika und geben den Hinweis, keine Ohrenstäbchen zu verwenden. Das war’s. Deshalb möchte ich hier meine Erfahrung mit Euch teilen. Ich wusste nicht, ob ich eine virale oder bakterielle Entzündung habe aber egal welchen Arzt ich aufsuchte, keiner konnte mir helfen.

Seit ich im Sommer 2019 in der Mittagshitze bei offenem Fenster rund 10 Stunden mit 140 km/h auf der Autobahn unterwegs war, habe ich Ohren Probleme. Daraus hat sich im Sommer eine Mittelohrentzündung entwickelt. Immer dann, wenn ich dachte, es wird besser, wurde es wieder schlimmer. Im Sommer konnte ich mir selbst helfen durch Ohrenreinigung mit aufgelöstem Vitamin C Pulver und insgesamt 5 Vitamin C Infusionen zu je 15 g. Auf die Idee Vitamin C in mein Ohr zu geben kam ich durch einen HNO-Arzt. Dieser hatte mir ganz normal ein Antibiotikum verschrieben, eine Lösung, die man ins Ohr gibt. Nachdem ich die Inhaltsstoffe recherchiert hatte, war mir klar: Das Zeug werde ich nicht in mein Ohr geben. Teilweise wurde es als hochgiftig beschrieben und man konnte resistent dagegen werden. Ein Inhaltsstoff jedoch war Essig.

Was hilft wenn das Ohr schmerzt?

Eine weitere Recherche ergab, dass Apfelessig bei einer aufkommenden Entzündung und Verstopfung des Ohres hilft. Dafür wird in ein Schnapsglas ein Schluck Apfelessig geben und mit lauwarmem Wasser aufgefüllt. Diese Mischung habe ich mit einer einfachen Spritze aus der Apotheke aufgezogen und ins Ohr gegeben. Dabei legt man sich am besten auf die Seite. Nach 5 -10 Minuten wird die Flüssigkeit wieder rauslassen. Die adstringierende Wirkung des Apfels und der Einfluss auf das Mikroklima im Ohr beenden oft sehr schnell eine Entzündung. Die Prozedur wird täglich ein- bis zweimal wiederholt.

Dasselbe geht auch mit Vitamin C Pulver. Das Tolle daran ist, dass man die Konzentration vom Vitamin C ganz einfach höher dosieren kann und es sich trotzdem sehr milde im Ohr anfühlt. 100 g Vitamin C Pulver gibt es für ca. 2€ in der Drogerie oder im Supermarkt.

Das aber nur machen, wenn das Trommelfell noch intakt ist!

Seitdem ich das im Sommer hatte, bekam ich immer wieder ein Jucken im Ohr und sie fühlten sich oft trocken an. Hier half ein Tipp meiner Tante: Olivenöl. Das Öl wird auf ein Wattestäbchen gegeben und den Ohren Eingang (nicht ins Ohr!) vorsichtig getupft. Bitte hier keinen Druck aufgeben. Zudem habe ich die Ohren weiter mit Vitamin C 1x pro Woche gereinigt.

Was kann man machen, wenn das Trommelfell perforiert / angerissen ist?

Hier möchte ich auf eine Studie vom J.N. Medical College in Indien kurz wiedergeben. Die Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Kopf-Nacken hat 2016 eine Studie durchgeführt, zum Thema: „Vitamin A & C Supplementation in Closure of Tympanic Membrane Perforation: A Randomised Controlled Trial“, was sinngemäß übersetzt heißt: „Vitamin A & C Supplementation zur Ausheilung einer Trommelfellperforation: Eine randomisierte kontrollierte Studie“.

In der Studie wurde die Wirksamkeit einer 50% Silber Nitrat Lösung mit der oral verabreichten Vitamin A- und C-Supplementierung (Gruppe 1) und einer alleinigen Anwendung von einer 50% Silber Nitrat Lösung (Gruppe 2) beim Verschluss von kleinen und mittleren Perforationen des Trommelfells verglichen. Die Patienten aus der ersten Gruppe wurden in den ersten zwei Wochen mit Vitamin A (Dosis 25.000 IE) und Vitamin C (Dosis 500 mg) behandelt. In der Studie wurde bei 87,5% der Patienten eine Heilung erzielt, die mit Vitamin A und C behandelt wurden. Bei der zweiten Gruppe, die nicht mit den Vitaminen behandelt wurde, konnten 71,9% geheilt werden. Zudem erfolgte die Heilung der Patienten mit den Vitaminen früher als bei der zweiten Gruppe.

Warum Vitamin A und C?

Vitamin A und Vitamin C helfen bei der Regeneration und Aufrechterhaltung des Epithels. Das Epithelgewebe ist dabei eine Hauptgewebemasse des Körpers und wird von Zellen gebildet. Vitamin A fördert die Zellproliferation und Fibroblasten, das heißt, damit wird schnelles Wachstum beziehungsweise Vermehrung von Gewebe gefördert.

Wie einleitend beschrieben, habe ich mir mehrere Vitamin C Infusionen setzten lassen beim Arzt (oder Heilpraktiker). Dadurch konnte ich eine viel höhere Dosis aufnehmen. Wer wie in der Studie Vitamin C oral einnehmen möchte, sollte nicht bei den 500 mg bleiben. Nach Dr. Cathcart kann je nach Schwere der Infektion der Vitamin C Bedarf ganz unterschiedlich sein. In seinem Buch „Compendium Vitamin C – täglich ab 18.000 mg – bei Grippe, Fieber, Bakterien, Viren, Entzündungen und als Antihistamin bei Heuschnupfen“ gibt er verschiedene Dosierungsempfehlungen für Vitamin C im Alltag, bei einem leichten Schnupfen, Grippe, Allergien, Rheuma, Hepatites, …, bis zu Krebs. Für eine milde Erkältung empfiehlt er z.B. innerhalb von 24 Stunden 30-60 gram Vitamin C in 6-10 Einheiten. Eine Einheit sollte je in einem großen Glas Wasser (ca. 200ml) aufgelöst getrunken werden. Dabei bitte nicht mehr als 5g auf einmal trinken. Als Ideal hat sich folgender Einnahme Plan bei der Ohrenentzündung, Grippe und Corona erwiesen:

  • 5g Vitamin C Pulver in warem Wasser aufgelöst zügig trinken.
  • 15 Minuten warten und 2g auflösen – trinken.
  • 15 Minuten warten und 2g auflösen – trinken.
  • Solange wiederholen bis sich eine Besserung der Symthome einstellt. Dann eine Pause von 30-60 Minuten und 1-2g aufgelöst jede Stunde trinken.

Angst vor einer Überdosierung?

Dein Körper sagt dir sehr genau, wann er zu viel Vitamin C hat. Das äußert sich durch schlagartigen Durchfall, der aber nur einmalig auftritt und ungefährlich ist. Ich nutze diesen Durchfall, um meine aktuelle Vitamin C Grenze zu finden, wenn ich krank bin. Denn je nachdem wie stark erkältet oder krank du bist, verträgst du mehr oder weniger Vitamin C. Selbst wenn ich gesund bin, nehme ich 5 – 10 g Vitamin C am Tag. Bei meiner Mittelohrentzündung habe ich 30 g am Tag genommen. Da ich immernoch ein Ohren-Jucken habe nehme ich derzeit zwischen 15-20g über den Tag verteilt, bis das Jucken weg war. Ich merke mittlerweile noch bevor der Durchfall eintritt wann ich genug habe. Dafür einfach ganz genau auf deine Symthome achten.

Was hilft noch?

  • Mechanische Abwehr z.B. dank der Flimmerhärchen in Ihrer Nase, die Viren, Bakterien, Staub etc. entweder nach vorne herausschaffen (Sie niesen) oder nach hinten (ab ins Säurebad in Ihrem Magen). Gebaut aus Aminosäuren.
  • antimikrobielle Proteine auf der Haut, und im Blut. Gebaut aus Aminosäuren.
  • B-Zellen, die Antikörper (Immunglobuline) produzieren und auf Eindringlinge feuern. Wieder: Gebaut aus Aminosäuren.
  • T-Zellen, die mit ihren spezifischen Rezeptoren Eindringlinge abschleppen. Ja: Gebaut aus Aminosäuren
  • T-Helferzellen, die mithilfe von Botenstoffen (Zytokinen) im ganzen Körper Alarm schlagen. Noch einmal: Gebaut aus Aminosäuren
  • Killerzellen (Makrophagen), die alles auffressen, was ihnen fremd vorkommt. Und auch die: erst funktionsfähig mit Bauteilen aus Aminosäuren

Literatur:
Phyllis A. Balch, Prescription for Nutritional Healing, 4. Auflage, S. 385-385

Vitamin  A  &  C Supplementation  in  Closure of  Tympanic Membrane Perforation:A Randomised Controlled TrialAuthorsRohan K. Shetty1,Prashant H.Patil2, N.D.Zingade3, Amith Naragund4,Anil Harugop51,2,3,4,5Department of Otorhinolaryngology and Head & Neck SurgeryKLE University’s J.N. Medical College, Belgaum, Karnataka –590 010,India

Strunz, Corona und Zink, Beitrag 17.05.2020; URL: https://www.strunz.com/news/corona-und-zink.html

Strunz, Eine feste Burg…, Beitrag 25.08.2020; URL:
URL: https://www.strunz.com/news/ein-feste-burg.html

F.R. Klenner:
Klenner’s bold and successful use of megadoses of vitamin C during the polio epidemics of the 1940s came to the attention of both Irwin Stone and Adelle Davi s, who perceived the enormous value of this approach and were thus stimulated to increase their own efforts to carry the message to the medical profession and the public.

Irwin Stone:
Irwin Stone began his study of vitamin C, which he referred to as ascorbate, in 1932, as a chemist for the Wallerstein Company in New York. He was interested in the antioxidant properties of ascorbic acid, then newly discovered, as a means of protecting food against deterioration. He continued his study of vitamin C for the next 50 years, thereby making an immense contribution to the welfare of mankind.

Robert F. Cathcart:
The Method of Determining Proper Doses of Vitamin C for the Treatment of Disease by Titrating to Bowel Tolerance
Robert F. Cathcart, III, M.D
Buch: Compendium Vitamin C – täglich ab 18.000 mg – bei Grippe, Fieber, Bakterien, Viren, Entzündungen und als Antihistamin bei Heuschnupfen: Herausgegeben von Orthomolekulare Aufklärung Isernhagen

Boenninghaus, H. G., & Lenarz, T. (2006). Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer-Verlag.

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